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Die Titel riefen:"Klickt mich an!"
Und die Mäuse klickten.
___________________________________________________________
.Filme.

.Krankheiten.

.Themen.
.Tränentod.

.Absturz in rosa...
.Tränen, groß wie Planeten.
.Die Welt in Kinderhänden.
.Theater des Lebens

.Zwei - oder MehrTeiler.
.Traumtöter.Teil I
.Traumfänger.Teil II
.TraumGott. Teil III
.Freddy. Teil I



__________________________________

.Theater des Lebens.

Langes Drehbuch wird geschrieben,
verbessert und gelöscht.
Damit es Schaulustige lieben,
auch nicht das unwichtigste verwischt.

Was geschrieben, wird geschehen,
ist es traurig oder schön.
Will man keinen Fehler sehen,
würd‘ es nur das Spiel zerstör’n.

Größte Bühne ist die Welt,
jeder kann dich dort beäugen.
Ob man steht und ob man fällt,
immer werden sie die Zeugen.
Nur die Zeugen, doch nicht mehr,
der Hilfebalken, er bleibt leer.

Gehalten von unsichtbaren Fäden,
wird sie tanzen, wenn verlangt.
Gaffer an den Fensterläden,
sehen von dort weit ins Land.

Größtes Theaterstück,
ist das Leben.
Eine Marionette, hält man zurück,
an den sichtbaren Fäden.
Doch dich hält hier nur der Wille,
nicht zurück ins Einsam - Stille.

Von der Seite, leis und heimlich,
werden Befehle ins Ohr geflüstert.
Von gemütlich‘ Sessel nicht augenscheinlich,
wird nach dem Stück so nur gelästert.

Wenn der Vorhang Leben trennt,
samtig rot strahlt er davon.
Kleines Kind zur Bühne rennt,
was will es denn da vorn?
„Ist nicht tot, sie ist nicht tot,
nur der Vorhang leuchtet rot.
Ist nicht tot, ist nicht gestorben,
hat ja nicht das Stück verdorben.
Hat getanzt und hat gelacht,
hat man es ihr beigebracht,
das zu machen, zu gehorchen,
hat sich ihr leblang nicht versprochen.“

Der Vorhang schwindet, lässt sie sehen,
und der Junge fängt an zu weinen...
„Sie kann nicht leben, sie war tot,
nicht der Vorhang war so rot.“
____________________________

Freddy
Teil I

Dicke, hohe Mauern schlossen,
die schwarzweiß Dame ein.
Hundert kranke Glieder flossen,
Amanda unter ihnen ganz allein.
Hundert Peitschenhiebe,
Hundert Stunden Qual.
Hundertmal ungewollte Liebe,
nach Hundert Kranken noch einmal.

Der eine Samen ist der Stärkste,
lässt den Bauch zum Anschlag schwellen.
Ein heißer Schrei, der allererste,
lässt ihn aus dem Schritte quellen.

...

Für jeden Finger seiner Rechten,
scharfe Klinge angeschnallt.
Sich schon bald in Fleisch verflechten,
Kinderfinger in die Wand gekrallt.

Jeder Mond für eine Seele,
die aus schwachem Körper scheint.
Doch dieser selbst für Dreckkanäle,
zu späte Ratte ihn beweint.

Zwanzig Kinderseelen schwanden,
zwanzig Monde in den Tag.
Zwanzig mal die Klingen trafen,
Hundert sollten‘s sein.

„Freispruch euer Ehren,
müsst ihr ihm Freiheit gewähren“

Selbstjustiz der Feuerflammen,
die Mörderhaut, sie schmelzt dahin.
Doch seine Klingen weiter schwammen
in Gedanken, immerhin.
...
Denn wenn das fiese Grinsen flackert,
Schatten wirft, die schaudern lassen,
Kinder an den Händen fassen,
die Vollmondnacht niemals vergeht,
wird er kommen, tief im Schlaf,
sah den Feuereltern nach.

Die Welt, in der er sich verbirgt,
steht nur bei kalten Mondesschein.
Jeder Staubkorn nach ihm wirkt,
und die Opfer ganz allein.
Dinge fliegen, Räume wandern,
Träumer fallen, Farben ändern.
Freddy mit der Klingenhand
einen Weg nach Hause fand.
Denn in Träumen kann er töten,
Kinderbetten nachts erröten.



1, 2,
Freddy kommt vorbei,

3,4,
er ist gleich bei dir,

5, 6,
er ist wie die Hex,

7,8,
seine Tat vollbracht,

9,10,
jetzt muss er wieder geh‘n.

____________________________________________

.Die Welt in Kinderhänden.

Durch das Fenster, scheue Blicke,
sichten in die Welt hinaus.
Junge Stimme spricht:
„Unschön ist das ganze Land,
nur aus Dreck und Tod.
Der Sensenmann reicht euch die Hand,
das Todesfeuer klatscht Applaus.“

Am Ende der Zeit.
Am Ende.
Endzeit.

Schlendert durch den Dreck der Menschen
durch himmelhohe Müllablagen.
Würd’ er sich nun etwas wünschen,
wär‘s, er könnt die Welt verändern.

Leichen, die zum Himmel ragen.

Geht durch tote Reihen,
Augen starren, Arme greifen.
Nase rümpfen, Beine schweifen.
Ein paar davon wird er sich leihen.

Mit Schnur und Knoten wird verbunden,
was den Mensch zusammen hält.
Zerrt er es zu einem Runden,
damit es nicht zusammenfällt.
Arme Beine, sind gebogen,
flacher Bauch wird rund geschabt.
Alles wird fest angezogen.
Fertig ist
ein MenschenGlobus, der
der Sonne entgegen ragt.

Die Welt in Kinderhänden.

Es – ist – Endzeit.

Mit Bunten Stiften wird gemalt,
was Natur geschaffen hat.
Das hellste Licht der Erde strahlt,
Auf ein Knie, die größte Stadt.
Der Ozean, das große Meer,
tiefste Stelle, Frauenmund.
Auf voller Brust, Napoleons Heer,
mit Herr der anderen, Friedensbund.
Dichter Wald auf Männerhaupt,
In der Mitte runde Lichtung.
Ein Auge, das zum nächsten schaut
Starker Wind bestimmt die Richtung.
Adern, die wie Flüsse sind,
ziehen sich durch ganze Welt.
Auf einem Bein, dort grast ein Rind,
geschälte Haut spannt Himmelszelt.
Ländergrenzen ziehen sich,
über Rippen und Arme hinweg.
Ölquellen sind ein Nadelstich,
alle Haut mit Leichendreck
bedeckt.
Jeder Teil mit Farb‘ beleckt.

Fertig ist die KörperWelt
Fertig ist die ganze Welt.
In Kinderhänden.

Auf der Erde aus Leichen,
gibt es keine.
Nur die alten Menschen sterben,
nach Naturgesetz.
Keine Armen, keine Reichen.
Keine Schwarzen, keine Weißen.
Kein Krieg und auch kein Todeshass.
Nur Freude, Liebe, Gutes, Schönes.
Gedanken eines Kindes.
Nur Gedanken, nur ein Kind.

Gewehrschuss aus der Ferne.
Eine Kugel, schnell.
Durchdringt den Kopf des Jungen.
...
Die Leichenwelt ist nicht gelungen


Es – ist – Endzeit.
___________________________________________________

.Von den Toten.

Blinde Hochzeit steht bevor,
stehen vor dem Kirchentor.
Haben einander noch nicht gekannt,
Eltern habens so geplant.

Als sie sich jedoch gesehen,
wollten sie nicht mehr alleine stehen.
Steckt den Ring an ihren Finger,
bleiben sie zu zweit für immer.

Eines Nachts, er ging spazieren,
einmal ganz alleine frieren.
Sah er Äste, so wie Knochen,
hilflos in den Schnee gestochen...

schien von sehr weit her gekrochen...

Betrachtet, diese fasziniert,
fast ein bisschen irritiert,
das es hier ein Ding so gibt,
welches nah am Menschen liegt.

Berührt er diesen Ast, sehr sacht,
wer hat diese Kunst vollbracht?
...
Packt ihn diese um so härter,
zieht zum Boden immer stärker.
Er reißt sich los...
Sie ist so groß.
Kommt aus weißem unschulds Schnee,
toter, als lebendig Fee.

Abgemagert...oh, welcher Graus,
dort schauen schon die Rippen raus...
Hat ein Lächeln aufgesetzt,
damit sie nicht den Mann so hetzt.

Dieser, zuerst, recht erschreckt,
neben ihm ein Toter leckt...
Dann jedoch, wieder gefangen,
langsam quält ihn sein Verlangen,
nach seinem lebend Eheweib,
welche oben nach ihm schreit.

Er sitzt unten in der Welt,
in der man nicht als lebend zählt.
Wessen Hand er angefasst,
bei dieser ist er nie mehr verhasst...


Nach langem Zeter, langem Flehen,
lassen sie ihn wieder gehen.
Kommt er zur Frau dort wieder,
fürchten wird er nie mehr wieder..

_______________________________________________
.Jüngster Mensch.

Jeder Schmerz ist eine Träne,
neustes Leben neuster Tod.
Jeder Schnitt für eine Vene,
altes Lachen im Abendrot.

Bilder zeigen, wie die Jüngsten,
kleiner werden im runden Bauch.
Die Zahl der Kinder am geringsten,
die Zahl der Menschen auch.

Wenn die Väter Kinder kriegen.

Rosten werden morsche Knochen,
älter wird die ganze Welt.
Der Weg zur Zukunft abgebrochen,
nur hundert Falten stets belächelt.

Jüngster Mensch im Tod, im Leben,
um ihn wird sich alles drehen.
Ein kleiner Huster, Welt wird beben,
alle um sein‘ Freispruch flehen.

Die Ältesten nicht älter sein,
und die Kleinsten bald allein.

Wenn die Väter Kinder kriegen,
die Kinder ihre Eltern wiegen.

Bei Kerzenschein, gedämpfter Kreis,
sitzt ein Junge von dreizehn Jahren.
Jüngster Mensch, mit vollen Haaren,
Jüngster Mensch, als alter Greis.
.
Mit der Feder in der Hand,
drückt er sie auf weißes Blatt.
Als er sie bei Opa fand,
war ihr ganzer Körper matt.
Doch jetzt, doch jetzt, doch jetzt glänzt sie,
schreibt alles, was der Junge schrie:

Ich bin jung, zu jung für alle,
ich bin jung und sterbe nicht.
Oh, lieber Gott, dein Wort erschalle,
gebär‘ mir „unschuldig“ ins Gesicht!


Er springt ...


Der Jüngste Mensch, im Tod, im Leben,
muss es etwas drittes geben ...
_________________________________________________
.Fremde Kinder.

Kleine Füße laufen geschwind,
kleine Hände tragen schwer.
Starke Hand nur wenig nimmt,
Arbeit gibt es nun nicht mehr.

Nach vielen Stunden,
fällt der schwache Körper.
Abends, viele Wunden,
jede Nacht eine feuchte Wimper.

Wenn er schlägt,
geh‘ nicht zu Boden.
Gehst du zu Boden,
schütze deinen Kopf.
Schützt du nicht den Kopf,
dann schließe die Augen und,
bete.

Und die Schmerzen schreien,
nach dem helfend Bruder.
Denn die Mutter steht in Reihen,
Schläge versteckt sie unter Puder.

Und er kommt,
er sagt dem Vater:
Wenn ich schlage,
gehe zu Boden.
Vater,
streck‘ mir dein Gesicht.
Ich bin der Täter,
der dir die Unschuld bricht.

Und die Schläge rasseln nieder,
auf den Alten.
In der Ferne Kinderlieder,
Klingen werden gespalten,
stechen durch die Haut,
Mannes Schreie hallen laut.

Er ist tot,
das Leid gelindert.
Bruder malt die Hände rot,
hat die Qual durch Qual verhindert.

Erwachsen, das geschlagen‘ Kind,
lebt es nur Erinnerungen.
Seine Augen sind nicht blind,
Nachbars Kind zu gleich‘ gezwungen.

Als die Eltern einmal aus,
geht er zu dem Nachbarhaus.
Uns sagt dem Kind:
Wenn er schlägt,
geh‘ nicht zu Boden.
Gehst du zu Boden,
schütze deinen Kopf.
Schützt du nicht den Kopf,
dann schließe die Augen und,
bete.

Nebenan die Schläge,
werden hart.
Die Schreie,
werden laut.
Was er ihm befohlen hat,
sich in seinem Kopfe staut.
Die Schreie von dem Einzeln‘,
lauten nach dem Mann.
Tränen muss er weg blinzeln,
da nur er ihn retten kann.

So sagt er zu dem Vater:
Wenn ich schlage,
gehe zu Boden.
Vater,
streck mir dein Gesicht.
Ich bin der Täter,
der dir die Unschuld bricht.

Der Vater sticht...
Seine Kindheit, neues Licht...

____________________________________________________
.Haarpracht.

Haare fallen leicht herunter,
auf den schmalen Rand.
Machen sie die Wangen munter,
kitzeln sie ganz samt.

Schmale, rote Lippen lächeln,
durch den ungewollten Streich.
Durch den Wind, den Hände fächeln,
passiert es wieder, gleich.

Führt die Hand zu einer Strähne,
schlingt sie um den Finger.
Ihr entrollt eine Träne,
(und das Haar wir immer länger.)

Finger krallen sich in Haut,
auf welcher diese Haare wachsen.
Ausgerrissen‘ schreien laut,
eine nächste Träne schaut.

Nägel krallen immer fester,
lauter spielt das Schmerzorchester.
Haare fallen, Haare gleiten,
nicht mehr auf dem Kopfe reiten.

Zwei Hände sind dort jetzt am reißen,
unter jedes Haar sich beißen.
Große Flecken, Haut ganz weiß,
bald nur noch ein großer Kreis.

Angefangen mit dem Lächeln,
weiter geht es mit dem Hecheln...

Alle Haare sind verschwunden,
alle Haare von dem Kopf.
Sieht man nun den kahlen, runden,
Befriedigung hält nur für Stunden...

Vorbei ist es noch lange nicht,
geht es weiter im Gesicht...

Ohne Haare wurd‘ man geboren,
ohne sie, die Welt verloren.
_____________________________________________
.Gürtelrose.

Heimlich schleichen sich die Dornen,
unten um den Körper.
Diese Spitzen hart wie Kronen,
und die Schreie werden lauter.

Langsam, erst die Beine schlingend,
zieht sie immer fester.
Und nach einem Halt sich ringend,
schaut sie aus dem Fenster.

Sieht sie dort den Wintergarten,
liegt so schön im Schnee verhüllt.
An ihr die Blume kann nicht warten,
jetzt im Kalten so schön blüht.

Aus dem Stiel, es werden mehr,
wachsen in die Ritzen.
Stecken Stacheln wie ein Speer,
zusamm‘ gekrümmt, nur noch im sitzen.

Die Rose hat das tiefste Rot,
und blüht von all’n am schönsten.
Fast ein Fünkchen Ironie,
geht sie zu den Kleinsten.

Füllt den Körper aus von innen,
Stacheln schauen aus der Haut.
Trinkt sie Wasser, wird gedeihen,
bald auch schon im weiten Freien.

Taucht den Körper ganz in rot,
wird verschwinden nach dem Tod.

______________________________________________
.Nur am Tag.

Der Wind drückt außen gegen Scheiben,
und der Tisch bricht unter Beinen.
Diese Beine treten tief,
dort wo einst der Junge schlief...:

Es war an einem Sommertag,
und ein Junge, nicht sehr stark,
wurde gehänselt und wurde getreten,
(nur zu Hause, kann man beten)

Kleiner Junge, und die Schuhe,
ließen diesen nicht in Ruhe.
Und ein Tritt, ein nächster Schlag,
vielen diese nur am Tag.

Am Tage sind die Augen blind,
blind ist so das ganze Kind.

Er ist blind, so kann man schlagen,
kann nichts sehen, nicht ertragen.
Weiß nicht wer ihn damals trat,
nur die Qualen dieser Tat.

Und die Jungen, ihren Frust,
überspielten ihn mit Mordes Lust.
Schlugen, traten nur den Einen,
können Blinde doch nicht weinen.

Am Tage sind die Augen blind,
keine Träne aus Lidern rinnt.

Nur sein Mund den er verzerrt,
wenn der Nächste, Lippen quert.
Kommt ein Schrei, doch zu viel Blut,
erstickt den Ton, die feuchte Flut.

Doch in der Nacht, die Dunkelheit,
macht sie seine Augen weit.

Er sieht wer ihn am Tag geschlagen,
und sein Blut davon getragen.
Sieht wer ihn am Tag getreten,
denn zu Hause kann er beten.

Am nächsten Morgen sind verwirrt,
er weiß, welche Farbe Haare ziert.
Auch die Fülle einzeln‘ Mund,
tut noch seinem Kopfe kund.

Doch sie wollen es nicht wissen,
weiter‘ Stiefel, Körper küssen.
Wollen nicht von ihm gesehen,
hören nicht sein immer Flehen.

Am Tage sind die Augen blind,
Blind ist nicht das ganze Kind.
Wenn die Nacht ihm auf die Lider,
und dann, und dann, und dann sieht er.

Und die Füße werden härter,
früher waren sie dem Vater.
Treten sie ihm ins Gesicht,
das man ganz die Augen bricht.
Doch brechen sie die Schädeldecke,
legen ihn in einsam‘ Ecke.
Dort wo grad‘ der Tisch gestanden,
harte Tritte auf ihm landen...

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.Das Leben der Anderen.

Warme Sonne tief im Osten,
im Westen sieht sie keiner mehr.
Als sie sich bei Händen fassten,
keiner weint ihr hinterher.


Auf den Ohren große Hörer,
von Händen stark umfasst.
Damit man so auch viel genauer,
nicht das Flüstern mehr verpasst.

Die Wortefänger in der Wohnung,
klein und unentdeckt.
Leise, unsichtbare Strömung,
langsam in dem Kopf sich streckt.

Die Gedanken, Wortefassers,
gehören Worten anderer.
Wie die Tropfen kalten Wassers,
erfrischen müden Wanderer.
Nur das Wasser ist nicht das,
was man so als frisch ansieht.
Eingeklemmt in einem Glas,
und nicht vor dem Magen flieht.

Was gesprochen, nicht versiebt,
auf des gülden Waage wiegt.
Was nur Spass, wird nicht belacht,
seine längste Zeit verbracht...

Wegen diesem Allerlei,
werden viele Seelen frei.

Hände streifen Hörer nieder,
legen Last zu Fuß.
Wieder Zeit für schöne Lieder,
lässt die Leinen anderer los.

In die Höhe, hübscher Junge,
bricht sich in die Melodie.
Vorwürfe fließen von der Zunge,
beherrschend Theaterparodie.
Doch das schöne Lied,
weiter in den Ohren liegt.

Lässt in Ruhe diese Paar,
welches mal sein Hündchen war.


Nun die Augen, werden sehen,
nach was sich manche Menschen sehnen.
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.Absturz in rosa...

Eine kleine rosa Blüte,
schwebt ganz sachte mit dem Wind.
Ein kleines Herzen welches glühte,
und die Zeit langsam verrinnt.

Dieses Rosa streift ganz sacht,
eine grüne Tannenpracht.
Steht in mitten vollem Wald,
eine nackte Baumgestalt.

Und die Blüte, sie fliegt,
immer nur in eine Richtung.
Ob man drückt und ob man zieht,
gibt es für sie eine Lichtung.

Diese liegt noch weit, weit weg,
ich schon an dem Dufte leck...

Auf dem Weg, berührt sie viel,
ändert jedoch nicht ihr Ziel,
Wird für immer rosa bleiben,
unsre Welt in Farbe kleiden.

Zieht die Spur, durch dunkle Wälder,
welche sind danach erhellt.
Fliegt durch große Weizenfelder,
welche werden ausgestellt.

Den Ort in Sicht,
nachdem sie sich doch so sehr sehnt.
Und die Spitze nach vorne richt,
sich stark in den Winde lehnt.

Doch kurz bevor das Haus erreicht,
wird der Wind sehr plötzlich seicht.
Das Blatt schon fast den Boden streicht,
es schon einer Trauer gleicht...

Geht zu Boden, nichts verändert,
liegt auf grauen Asphalt.
Hat es sich so schnell geändert,
keine Liebe in ihr strahlt...

_______________________________________________
.Countdown.

Hände, die ins Leere fassen,
Zahlen nicht in Ruhe lassen.

Wie ein Blinder, durch die Straßen,
greift aufs leere Haupt.
Bei Gräbern schon die Toten fraßen,
dort der Mensch, der Zeit beraubt...

Zahlen leuchten hell,
Sekunden rinnen schnell.

In den Massen wird das Leben,
in seinen Augen bald versiebt.
Wenn die Striche sich nicht heben,
zu spät ist man verliebt.

Die Zahl wird kleiner,
Welt wird reiner.

Kleines Kind spielt mit dem Ball,
schmeißt ihn voller Freud.
Pferde wiehern, großer Stall,
schwingt umher ihr Kleid.
Doch die Zahl, tief über ihr,
ist bald nicht mehr dort.
Stolpert sie, auf alle vier,
und die Zahl ist fort.

Kann er sehen wie lang das Leben,
jedem zählt die Zeit.
Niemand kann nachdem sich regen,
seine Hand, zu weit.
Nur die Augen wissen still,
wann das Leben nicht mehr will.

Wird verrückt, die grellen Zahlen,
konnte nicht die Liebste wahren,
als sich ihr Sekunden stahlen,
und unaufhaltsam starb.

Keine Zahlen mit ins Grab.

In dem Spiegel sieht er keine,
keine Nummer, kleiner werdend.
Leichte Striemen einer Leine,
so als man ihm dort hängend fand.

Aus seinem Rücken wachsen Flügel,
brechen sich durch Fleisch.
Keine Zahlen, keine Zügel,
Die Welt nicht mehr an Nummern reich.

________________________________________________
.Spiegelfang.

Kleiner Junge, schwarz geschminkt,
weit entfernt aus Spiegeln winkt.
Eine kleine Träne rollt,
hätte seine Mutter dies gewollt?

Kleiner Junge, stets hinter dir,
versteckt sich wie ein harmlos Tier.
Versteckt sich nur hinter Spiegelglas,
wo seine Mutter aus Büchern las.
Dem kleinen Kind.

Es winkt...

Niemand sieht es dort vermummt,
gibt kein Laut, ist längst verstummt.
Niemand darf es sehen,
doch würde es so gern‘ flehen.
Es zerrinnt.

Es winkt...

Viele Menschen vor dem Spiegel,
merken nicht den schönen Riegel,
welcher dieses Kind befreit,
damit es lebt, im Himmelskleid.
Es hinkt.

Es winkt...

Nun ein Mädchen, blaues Kleid,
Ist so voller Liebesleid.
Der Junge denkt er hat‘s geschafft,
hat sich von seinem Verstecke aufgerafft.
Denkt es ist die schönste Freiheit,
welche ihm ihr Herze leiht.

Das Mädchen sieht ihn nun sofort,
dreht sich um, dort ist niemand, fort?
Dreht sich wiederum zu ihrem Gesicht,
nur eine Wand welche gerade in Stücke bricht.
Neben ihr ein leises Atmen,
wo ist sie hier nur reingeraten?
Eine Hand zieht sie nach unten,
hat sie ihr nicht grad‘... gewunken?

Es ist die linke,
gehört einem Jungen mit schwarzer Schminke.
Dort ein Mann, er geht vorbei,

Sie winken...

______________________________________________
.Tränentod.

Große Hand umfasst die kleine,
schützt sie eisern und stark.
Mit der andern schreibt die Zeile,
die so lang‘ verborgen lag:

Einst der große mit dem Kittel,
war so weit, so überragend,
bei ihm noch das letzte drittel,
schaute steif zum Himmel, fragend.

Dieser schickte eine Träne,
quoll in seinen Augen.
Spitzer Schrei, einer Hyäne,
wird sich nicht nach unten beugen.

Denn die Tränen, nur für ihn,
nicht für diesen weiter unten.
Wird ihn mit nach unten ziehn,
sprühen aus, wie Feuerfunken.

Hört nicht auf, weint immer weiter,
achtet nicht den kleinen Sohn.
Tränenfluss wird immer breiter,
sitzt Berg auf, dem sicher‘ Thron .
Reißend Bäche, große Schlachten,
Wasserfälle bilden sich.
Diese niemals mehr abflachten,
Nie mehr nur ein einzig Strich.

Ist ertrunken, kleiner Junge,
ertrunken in den Tränen.
Salzig wurd‘ die kleine Lunge,
Und die Schreie, Luftfontänen.
Zuviel geweint der große Vater,
gab nicht auf den kleinen Acht.
Daneben stand die tote Mutter,
Der Bauch nicht mehr in voller Pracht.

Diese Träume quälen ihn.
Denn...

Das Neugeboren, seiner Mutter,
starb in ihrem Leib.
Waren Tränen, wie das Futter,
nur ein zäher, roher Teig.
Niemand sagte, was geschah,
niemand der noch zu ihm sah.
Jeder flüchtet eigen‘ Gedanken,
Eltern so das Kind verdrängten.

Nicht das Kind, das grad gestorben,
sondern dies, was noch am Leben.
So getrauert um das Tote,
nicht beachtet, Himmelsbote.

Kinder werden untergehen,
werden sie nicht mehr gesehen.
________________________________________________
.Wer früher stirbt ...


Schmerzen, die den Tag verlängern,
alle Zeit in Ruh versetzen,
werden quälen, werden drängen,
irgendwann das Kind verletzen.
Muskeln dehnen, drücken Qualen,
aus dem Unterleib heraus.
Vollendet sind Geburtstagszahlen,
Jüngstes Gericht klatscht ihm Applaus.

Wer zu früh stirbt ...

„Mutter starb für dich,
weißt du es denn nicht?
Du ihr Mörder, durch dein Leben,
kann sie sich heut nicht mehr regen.
Du bist schuld, nur du allein,
in uns muss sie gefangen sein.“

Vom Himmel blickt Mutter nieder,
er spricht mit ihr, an ihrem Grab.
Bitten muss er immer wieder,
alles wieder gut zu machen.
Warten wird er Tag für Tag.

Wer früher stirbt ...

Trostlos blicken weiße Wände,
auf das alte Weib im Bett.
„Stimmt’s, ihr leben ist zu Ende,“
spricht der kleine Junge nett.
Die Alte zeigt zum Fenster schwach,
„Wollen sie zum Himmel fliegen?“
und das Glas gibt klirrend nach.

„Könnten sie ein Zeichen geben,
ob es meiner Mutter gut geht?
Vielleicht das Telefon dreimal läuten lassen?
Dankesehr.“

Wer zu spät stirbt ...

Es läutet.
1 ...
2 ...
3 ...
das ringen ist vorbei.

Wer früher stirbt ...
... ist länger tot.

_____________________________________________

.Am anderen Ende der Sonnenallee.

Weiße Fließen, fließen nieder,
erstrecken sich im ganzen Raum.
Auf dem Boden liegt Gefieder,
aus diesem sprudelt roter Schaum.

Alles dies sieht eine Frau,
welche dort alleine scheint.
Doch ein Fremder weiß genau,
was in diesem Zimmer keimt.

Ihr nackter Körper spiegelt sich,
in den reinen, schimmernd Platten.
Kein Fleck, kein Nadelstich,
sind darauf zu sehen.
Makellos und wunderschön.

Tausend Augen sehen nieder,
auf das flauschige Gefieder.

Nebel tritt aus schmalen Ritzen,
die sich zwischen Fließen bilden.
Ihr Körper wird sich erhitzen,
(Sie so auch den Manne stillten.)
Schlafen, wie ein Engel,
wird die schönste Frau.
Dann wird sie ein Engelein,
wird der einzig‘ weiblich‘ sein.

Öffnet ihre Augen sachte,
schaut sich schüchtern um.
Fremder hier vor kurzem lachte,
Freudentränen liegen stumm. ...

Ihr Körper scheint in diesen Tropfen,
wie früher Menschen Engel sahen
Weiße Flügel auf dem Rücken,
welche blutiges Gefieder waren.

Ein heller Schein in ihrem Innern,
lässt sie kurz erblinden.
Wenn sie sieht, sich nicht erinnern,
nicht mehr in den Spiegeln winden.

Gelbes Blatt kitzelt ihr Augenlid,
weht nach oben, in ihr Haar.
Was durch diesen Planeten flieht,
nimmt ihr feiner Körper wahr.

So auch die Gestalt,
welche vor der Abendsonne steht.
Ein einzig Schein, der Traurigkeit,
leises Flüstern zu ihr weht:

„Die Abendsonne erhellt,
die Allee zum Himmelstor.
Ein Engel ohne Flügel fällt,
da sein liebster Traum erfror.“

Er springt ....

„Nun falle ich zur Erde nieder,
werde für immer menschlich sein.
Du, Wundervolle, hast mein Gefieder,
auf dem Rücken, für immer dein.“
_______________________________________________
.Inmitten der Zeit.

Als Welten in Spiralen kreisten,
Wasser vor der Hitze floh,
bläuliche Schimmer Land vereisten,
Wälder brannten lichterloh.

Seelen mussten Abschied nehmen,
in der Zukunft wird es lehren.
Dieses Unglück kann man zähmen.
Im nächsten Leben Welt vermehren.

Ein kleiner Sohn ward früh geboren,
noch vor dem großen Sterben.
Mutter hat ihn sobald verloren,
das schönste Glashaus bringt die Scherben.

Durch das Leben wird sie weiter waten,
durch den tiefsten Schlamm.
Wird bis zu dem Zeitpunkt warten,
ab dem sie wieder rückwärts kann.

Mit Wissen, was in Büchern stand,
mit Schräubchen in der Hand.
Jahr um Jahr, die Zeit wurd‘ älter,
das Röcheln nach mehr, gequälter.
Das Verlangen nach dem Sohn,
die innerliche Aggression,
wird sie noch bei Kräften halten,
um den letzten Knopf zu schalten.

Alles Wissen aus Büchern gesaugt,
Das Schraubenkästchen ist geleert.
Jedes Knöpfchen aufgeklaubt,
voll und ganz das Ziel ernährt.

In die Zeit zurück jetzt reisen,
in die Zeit zurück.
Auf der Bahn des Lebens nie mehr entgleisen,
in die Zeit, ein Stück.

Der kleine Sohn ward grad zum Leben,
vor dem großen Sturm.
Wird ihn schnell ins Steinhaus legen,
das schönste Glashaus bringt die Scherben.

Kindergruppe, größte Augen,
wunderschönes, gläsern Heim.
Nie mehr steinig Wände saugen,
zieht dort fröhlich ein.

Der Sturm hinterlässt seine Kerben,
zerschlägt die Scheiben,
nicht wie Stein.
Diese Kinder werden sterben,
das Einzeln wird in Sicherheit sein...
_______________________________________________
.Traumtöter.
Teil I

Der Vorhang weht von Windes Luft,
streicht den Mond in kleinen Raum.
Wie ein Schimmer, den man ruft,
schleicht er in den Traum.

Wandert durch die Moleküle,
zu des Kindes Ohr.
Dort gehalten sind Gefühle,
geschützt durch – jetzt getrenntes – Tor.

Der Sog des Mondes Strahlen,
entzieht den Traum dem Kind.
Und sie schon den meisten stahlen,
was durch ihre Herzen rinnt.

Kalte Energie, das Licht im Dunkeln,
schweben zu dem Zentrum.
Auf der Erde Menschen munkeln,
der Fänger bringt den Töter um.

Und der Mond, wie ein Gefängnis,
aus dem selbst Träume nicht entfliehen.
Kalte Mauern der Bedrängnis,
haben sie sich ausgeliehen.

Bringt sie um, schöne Gedanken,
wie sie nur die Kinder haben.
Wenn sie an der Grenze landen,
wird die schönste Phantasie begraben.
Denn die kleinsten Menschen wissen,
der Fänger bringt den Töter um.

Die Fabrik, die Wäscherei,
Maschinen wurden hier gebaut.
Aus dem Schlaf wird jeder Schrei,
wird nach diesem Umbau laut.

Bei diesen Worten, werden Träume stumm:
Der Fänger bringt den Töter um.

Mit jedem Alptraum, hundert schöne,
Gedanken werden ausgelöscht.
Wie in Liedern, falsche Töne,
weisen sie auf Fehler hin.
Fehler, die Maschinen begangen,
welche um die Freiheit rangen.
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.Traumfänger.
Teil II

Als der Mond die Träume fing,
jeder Fang zu Tode ging,
kam ein Rächer, der jede Qual,
aus den Kinderherzen stahl.

Eine Weide bot den Rahmen,
in wessen sich stramm Fäden ziehen.
Muster, die von Spinnen kamen,
und die Guten durch sie fliehen.
Sehnen bilden dies‘ Gestrüpp,
mittig bleibt ein Löchlein frei.
Pferde ließen Haar‘ zurück,
schmücken dieses Allerlei.

Das Netz wird nicht die Träume fangen,
nicht die bösen, nicht die guten.
Wird nur nach dem Töter langen,
so die Kinderphantasien hüten.

Lächelt auf Gesichter nieder,
jeder braucht den Schutz.
Wie die Noten vieler Lieder,
hat jeder Traum sein‘ Platz im Netz.

Der Fänger bringt den Töter um.
Dieser Gedanke geht im Kopf reihum.
Im Kopf eines kleinen Jungen,
ist aus einem Traum gesprungen.
Zu beschützen alle Gedanken,
die Kinder durch die Ohren tanken.

Erkennt er still den Jammer,
welcher die Jüngsten regiert.
Jeder Traum nur einsamer,
wenn er von dem Mond beschmiert.

Von der Sonne absorbiert.

Vor der Welt, scheint‘s andersrum,
der Fänger bringt den Töter um.
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.Traumgott.
Teil III

Das Böse einst das Gute schuf,
als es schönste Träume tötete.
Stieß ein Junge lauten Ausruf:
Der Fänger bringt den Töter um.

Verschließt die Tore mit den Schlüsseln,
welche für den Einzeln‘ gemacht.
Das nicht Maschinen mit den Rüsseln,
das nicht der Mond sich munter lacht.

Und der Fänger träumt nun eisern,
lässt die Ohren offen.
Mondes Strahlen scheinen gläsern,
spüren, dass er nicht verschlossen.
Entziehen ihm den Traum,
der letzte den sie jemals klau’n.

Der Junge schafft lieb‘ Phantasie,
schließt sich ein mit Strahlen.
Beide Seiten erleiden Qualen,
späte Folgen: Amnesie.

Mit Feuerstürmen gegen Kälte,
Kälte gegen Traumgestalt.
Als der Stoß die Kälte fällte,
hielt er Träume mit Gewallt.
Springen, fliegen, kriechen beide,
nur mit letzter Kraft.
Jeder Traum besteht aus Kreide,
und weil er es nicht ohne schafft,
spülen sie Maschinen ab,
spülen Fänger in sein Grab.

Der Töter bringt den Fänger um.

Weiter wird er Träume morden,
Maschinen um die Wette bohren.
Irgendwann wird nächster geboren,
um dem Mond das Licht zu rauben.
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.Tränen, groß wie Planeten.

Der kühle Wind, des Abends,
hüllt die beiden ein.
Das Troslos‘ ist wie nirgends,
sind so sehr allein.
Der Hauch schleicht sich gen Rippen,
schlingt so sehr das Weib.
Junge, spaltet seine Lippen,
und das Wärmste aus seinem Leib,
stößt er in die Luft,
welche sich so kalt, so krallt.
Der warme Atem vertreibt die Kälte,
ganz von ihrer Haut.
Wenn sie ihn nicht bei ihr hätte, niemand,
der ihr so vertraut.

Mit dem Atem noch die Wörter,
„Ich liebe dich so sehr“.
Dieser Satz voller zerstörter,
Gefühle.
Gefühle und das Tränenmeer.

Rollt ihr eine Träne, aus dem nassen Blick,
küsst er mit den Lippen, die Perle zärtlich weg.

„Weine nicht, mein Einzig‘,
geht so viel verloren. Geht verloren,
Stück für Stück, eine neue Welt.
Soviel spiegelt in einer wider,
soviel was wir je erlebt.
So halt sie unter Augenlider,
damit auch nichts vergeht.
Eine Träne, ein Planet...“

„Ich weine nicht,
vergesse nur.
Vergesse was wir je erlebt.
Früher noch, das schöne Licht,
heute halten wir mehr stur,
aneinander fest.
Haben nur den Rest,
der uns beisammen hält.“

„Ich liebe dich,
ich liebe dich,
ich liebe dich so sehr.
Ich liebe dich,
ich liebe dich,
wie soll ich nur noch mehr?“

„Nicht mehr,
nur ehrlicher.“

Und der Kalte Wind, zu stark,
reißt sie von ihm weg.
Da er sie nicht ehrlich mag,
das Gras biegt sich sanft, keck.

„Ich liebe sie und lüge nicht,
ich lüge sie nicht an.
Wie soll ich nur aus ihrer Sicht,
damit ich mich selbst sehen kann?
Muss mich sehen, denn die Lüge,
wird sich mir nicht offenbar‘n."

Gleitet er zum Wasser,
erblickt er nicht sein Antlitz.
Seine Haut ist sehr viel blasser,
als er sie zuletzt gesehen.
Und die Wellen schlagen,
Stellen ihm die Fragen,
dessen Antwort er nicht weiß,
um den Mittelpunkt der Kreis.

Kreise um den Mittelpunkt,
wie die Monde um Planeten,
wie die Lippen um die Tränen...

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.Windspiel.

Als man durch die Nacht sich zog,
wurden Augenlider schwer.
Das Haar sich mit dem Winde wog,
kamen sachte Lieder näher.

Ein Windspiel, das die Töne brachte,
sich in jenem Ohr verkroch.
Und sich durch die Ströme lachte,
Sogar die Nas‘ das schönste roch.

Diese Klänge durch die Luft,
schienen ihn in Bann zu halten.
Hört nicht wie das Mädchen ruft,
bis die Töne ihm verhallten.

Dreht sich um, im Kreis der Zeit,
im Kreis der Zeit, im Kreis der Zeit.
Zeit zu sein und nicht zu wissen,
der Welt des Seins schon weit entrissen.

Schwebt, als Last mindester Atome,
und die Freiheit zeigt sich ihm.
Widersprechend jeglicher Axiome,
dem zu Teil eine Requiem.

Ein Windspiel, das die Töne brachte,
sich in jenem Ohr verkroch.
Und sich durch die Ströme lachte,
Sogar die Nas‘ das schönste roch.

Die Nacht wird älter, wärmt sich auf
und ein Mann wird wieder schwer.
Doch sein Kopf, er fühlt sich leer,
eine Kraft drückt ihm darauf

Zerdrückt, zermatscht, zerstampft,
was den alten atmen lässt.
Verrückt, verkratzt, verkrampft,
was den ganzen Körper blässt.

Die Kamera, sie dreht den Bogen,
und schwebt dem Himmel zu.
Lauscht den leisen Monologen,
der Alte kommt niemals zur Ruh:

„Oh guck doch wie das Gras,
sich neben dir verneigt.
Und der Wipfel Afrikas
Durch die Welt nach deinem Namen schreit!
Wie die Blumen sachte duftend,
ihren Sog zerstreuen,
Und dein Kind um Hilfe rufend,
du ihr rettend noch erscheinst.
Frau und Tochter sich erfreuen
Wenn du sie zum Allerbesten meinst.

Fühlst du nicht die Macht der Sterne,
wie sie dir das Schönste zeigen?
Deine Rufe in der Ferne,
sich vereinen, schönster Geigen?

Oh sieh, doch hin, oh sieh!
Sieh doch HIN!“

Heulend wird er aufgerissen.

„DU UNNUTZ HAST SIE UMGEBRACHT!
Du hast sie umgebracht.
Hast sie von dieser Welt gebracht,
VON DIESER WELT GEBRACHT!“

Jammernd legt er sich auf seine Schultern,
lässt den Rücken hol.
Legt sich hin um zu verhungern,
Sein Name schallt vom Gegenpol.

Alt und schwach ist er gestorben,
und die Klänge hallen nach.
Hat die ganze Welt verloren,
und die Menschen tausendfach.
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KopfKino

Wenn er sich bequem gesellt,
in den roten Sessel fällt,
sich der hohe Vorhang lichtet,
den starren Blick nach vorne richtet,
ist es Zeit um zu vergessen,
das Leben um sich zu verlassen.

KopfKino

Grüne, schöne Wiese streckt,
sich über Fläche, leckt,
an dem blauen Himmelszelt,
wölbt sich über Sonne fällt,
zu Boden, dieser bricht,
und die ganze Welt hält nicht.

KopfKino

Ein Skalpell zur Stirn gerichtet,
ein Sprechgesang der dies berichtet,
dringt es in die tiefe Falte,
davor mit einem Kreuz bemalte,
schneidet durch die Schädeldecke,
verschwommen nimmt er Münder war:
>>Verrecke ... Stück, Verrecke!<<
Blut spritzt bis zu Zimmerdecke.

Kopf ... Tod.

Toter Körper ist ein Schatz,
für jedes Kind der schönste Bausatz.
Als Opfer und als Puppe nutzbar,
der Kopf ist so schön aufblasbar.

Größte Pumpen, durch die Lüfte,
Eisenschnalle um die Hüfte,
Bindeglied von Arm zur Lehne,
klemmt ihm jede einz‘lne Sehne.
>>In seinen Kopf – plaziert die Bühne.<<

Seine Augen schnell,
von Punkt zu Punkt – alles hell,
Muskeln spannen,
lassen locker,
viele dieser Münder sangen,
seine Gedanken bangen,
Hände langen,
von der Decke das Gestell,
>>Schnell ... schnell!<<
>>Doktor, Dokter, Puls wird schwächer,
gefüllt mit Blut, der 10. Becher.<<
>>Ich hab mir etwas Zeit gestohlen,
um noch Filmrollen zu holen.
Ist hier Platz für 100 Leute,
die Vorführung ist voll für heute.<<

>>Nehmt doch Platz, tretet ein,
wird er bald entjungfert sein.
Ein Kinderflim in diesem Kopf,
zum Starten nur noch diesen Knopf.<<

In seinem hier dreht sich die Welt,
ob sie steht und ob sie fällt.
Jeder wird Gedanken sehen,
niemand mehr ums Leben flehen.
Wenn er stirbt sind alle tot,
und wenn er lebt, dann spielt er Gott.




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