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Die Titel riefen:"Klickt mich an!"
Und die Mäuse klickten.

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.Ein Leben lang.

.Balonstuhl.

.Der Traum des Simen Spirling.

 .Fahrerflucht.


 
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.Ein Leben lang.

Und als er mit ihr sprach, da musste er weinen. Wie dumm doch alle neben ihr schienen.
Da saßen sie zu zweit unter der alten Eiche und redeten Sekunden lang. Minuten, Stunden und Tage lang. Monate und Jahre lang.
Sie fing an zu sterben, die alte Eiche.
So saßen sie an die tote Eiche gelehnt. Redeten Sekunden lang. Minuten, Stunden und Tage lang. Monate und Jahre lang.
Ein Vogel kam zu ihnen geflogen und fragte was sie denn dortmachten, an der längst schon toten Eiche. „Nun, wir reden lang. Sekunden, Minuten, Stunden und Tage lang. Monate und Jahre lang.“ Antworteten die beiden gleichmundig. Denn nach diesen zahlreichen Sekunden, Minuten, Stunden und Monaten und Jahren kannten sie sich zu genüge um zu wissen, wann wer etwas sagen würde. „So lange schon?“ „Ja so lang.“
Was der Vogel als nächstes sagte, dass verschlug ihnen die Sprache, was die ganze Zeit über, das Einzige war, was die beiden von einander hatten.
Der Vogel flog davon.
Sie und Er und Er und Sie standen auf und liefen auseinander. Die Sekunden, Stunden, Jahre, Monate und Minuten waren zu Ende gegangen. Ohne Vorwarnung und einfach so. Ohne Grund.

Der Vogel sagte:“ Nun wenn ihr schon so lange - Sekunden lang. Minuten, Stunden und Tage lang. Monate und Jahre lang – mit einander redet. Wieso hört nicht mal auf damit? Einfach so? Ohne Grund?“

Sie gingen.
Und redeten Sekunden lang. Minuten, Stunden und Tage lang. Monate und Jahre lang nicht mehr mit einander.

Ein Leben lang.

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.Balonstuhl.

Er war ein Mann, der niemals schlief. Es war nicht so, dass er an Schlafstörung oder anderen Krankheiten litt – er war ein sehr gesunder Mann. Und einer, der unheimlich gern saß. Wo er nur konnte setzte er sich hin. Und wenn kein Platz mehr frei war, beispielsweise an der Busstation, da setzte er sich einfach auf den Boden. Da guckten die anderen Leute schon manchmal ziemlich komisch, da sie es nur von eigenartigen Jugendlichen kannten, aber in keinem Fall von einem Herren im Anzug, welcher zu dem noch in seinen besten Jahren war. Doch das war ihm egal – er saß einfach sehr gerne.
Nachdem er immer öfter auf dem Boden saß, da kein Platz mehr an der Haltestelle frei wahr, da passierte ihm etwas komisches: Er trat zur Bushaltestelle und alle Menschen standen, oder saßen auf dem Boden – auf seinem Boden. Er war sehr verwirrt, denn es gab überhaupt keine richtigen Sitzplätze mehr, auf welchen man warten hätte können. Er blickte sich um und erkannte, dass nicht nur die Sitzbank an der Haltestelle sondern alle Stühle und Bänke verschwunden waren, doch anstatt dass sich die Menschen aufregten, setzten sie sich einfach dorthin auf den Boden, wo einst ein Stuhl, oder eine Bank stand. Das war schon ein komischer Anblick, fand der Mann. Er schlendert durch die Straßen und als er auf dem großen Marktplatz ankam, da staunte er ganz gewaltig, als er sah, wie ein einzelner, noch übriggebliebener Stuhl in mitten des Platzes stand. Er war nicht besonders, nur ein Holzstuhl, der schon etwas morsch schien und leicht verzogen. Er war auch nicht extra beleuchtet, wie ein Heiligtum oder so und niemand beachtete ihn und so saß auch niemand auf ihm. Der Mann ging sachte auf den Stuhl zu und als er ankam, da setzte er sich auf ihn. Er hatte es gar nicht vorgehabt, er wollte ihn ursprünglich nur beäugen. Doch nun saß er dort, auf dem Stuhl und alle anderen Menschen gingen unbekümmert ihrem Alltag nach. Der Mann blickte an sich hinab und sah, das sein Anzug völlig verdreckt und zerrissen war und seine Haut irgendwie sehr alt. Er hatte auf einmal einen Bart bekommen, welcher wirklich sehr wucherte und schon grau war. Der Alte stand auf und nahm den Stuhl an sich, wie einen Schatz. Und er schien gar nicht verwundert darüber, dass er schon so gealtert war, obwohl doch frühs noch alles in Ordnung schien. Schon bald begann er zu vergessen, was Stühle waren, was Bänke und überhaupt was sitzen bedeutete. Mit ihm auch alle anderen Menschen, denn sie begannen sich zu erheben und den Rest der Weltgeschichte zu stehen. Sie vergaßen diese gemütliche Geste einfach. Sie vergaßen sie.
Doch der alte Mann hatte den Stuhl nach Jahren immer noch bei sich und versuchte sein Rätsel, seine Bedeutung zu lösen. Er kam nicht dahinter, bis er eines Tages einen Luftballonverkäufer sah, der seine Ballone an etwas festband, damit sie nicht wegflogen. Der Mann kaufte sich zwei Dutzend Luftballone und band sie zu Hause an seinen Stuhl. Er wusste selbst nicht ganz wieso. Doch dann begann der Stuhl wegzufliegen und der alte Mann sprang hinterher, krabbelte hinauf und setzte sich. Er saß ohne es zu wissen und flog dem Himmel entgegen. Jetzt war ihm wieder klar, was der Stuhl zu bedeuten hatte – er war der Weg gen Himmel, gen Tod und deswegen vergaß die Menschheit was Stühle sind. Sie wollte nicht sterben.

Und er? Er war bereits tot, als er den Stuhl sah. Nur wusste er es nicht, da er vergaß, was Stühle bedeuteten.

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.Der Traum des Simen Spirling.

Kinderlachen weckt ihn. Schaut um sich, nur die grüne Wiese erstreckt sich um ihn. Die Trauerweide, unter der er liegt, spendet Schatten. Kinderlachen überall. Die trauernden Äste des Baumes bewegen sich im Wind. Es windet nicht. Das Kinderlachen wird lauter, wenn sich die dürren Äste zu ihm bewegen und leiser wenn sie fort schwingen. „Sie schaukeln mit den Ästen“, so berichten ihm seine Gedanken. „Mit den Ästen“. Vielleicht trauert die Weide deswegen so, weil kleine Kinder auf ihren Ästen schwingen. Ihm tut die Weide leid und pustet die Kinder in das hohe Gras. Sie laufen lachend davon. Hört die Weide zufrieden durchatmen und springt davon. Wie ein Kind. Er ist ein Kind.
Wolken schweben langsam heran und spielen mit der Sonne verstecken. Wolken sind keine schlauen Geschöpfe, denn jeder weiß, dass die Sonne allmächtig ist und jeden Winkel der Erde kennt. Sich so niemand vor ihr verstecken kann. Wie zu Stasi Zeiten, da haben sie auch alle überwacht. Aber die Sonne ist nicht böse, sie ist wie der Typ, an den alle glauben, die religiös sind. Nur das sie sich sehen lässt und sich nicht vor ihren Fans versteckt.
Die Wolken werfen wilde Schatten auf die Erde. Sie bedankt sich mit einem Gähnen, sie freut sich über jeden Flecken Schatten, den sie bekommt.
Es ist schon spät und der Junge müsste nach Hause, doch er hat den Bäumen im Wald sehr viel zu erzählen. Ja, die Bäume, die sind nämlich nicht von Bäumen umgeben. Nicht Bäume bilden den Wald. Bäume, die sind im Wald, aber sind nicht der Wald. Der Wald, das sind die Haare der Erde. Zum Glück hat sie keinen großen Haarwuchs, sonst müsste sie sich überall und immer rasieren, wenn sie nicht voller Wald sein will. Es gibt natürlich Stellen, da muss sie sich rasieren, aber nur ein paar. Zum rasieren, da heuert sie Sägen an. Sie sind selbständig und machen das recht schnell. Eine Friseurausbildung mussten sie dazu auch machen, von den Monstersägen, von diesen wurden sie ausgebildet. Es sind komische Geschöpfe, die Monstersägen. Meist Frauen, sie tragen Brillen, schminken sich. Sie schminken sich und wenn sie anfangen müssen Haare zu schneiden, regen sie sich auf, dass ihr Schminke verschmiert, weil sich das Sägeblatt dreht.

-

Mit der Hand streicht er über ihre Wangen. Seine blasse Haut auf ihrer schaut wunderschön aus. Ihr Haar tanzt im Rhythmus des Windes. Der Wind mag es oft melancholisch, melancholische Melodien, die er selbst musiziert. Indem er in das blaue Wasser weht, schlagen Wellen an das seichte Ufer, in den Sand. Wie die Saiten einer Gitarre. Der See bringt die hohen, das Meer die tiefen Töne. Der Wind mag es schön, der Sturm mag es schneller und geschrammter. Nur manche Menschen können musizieren, denn nur wenige haben die Fähigkeit feste genug zu pusten um in einem See Wellen zu erzeugen. Nur der Sturm bringt das Meer zum kentern. Kleine Kinder versuchen oft nach dem Regen, kleine, aufgefüllte Wasserpfützen dazu zu bewegen, Melodien zu schwemmen. Sie sind jedoch noch nicht genug ausgereift um schöne Klänge zu erzeugen.
Doch nun klingen die Melodien wie Autos, die vorbeifahren. Ein hässliches Geräusch.

Und ein Traum wird vieles wenden,
wenn er sich im Kopf versteckt.
Doch jeder Traum wird einmal enden,
wenn der Träumer ihm verreckt.

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 .Fahrerflucht.

 

Als sich das Licht durch die Blätter und Äste der Bäume des Waldes brach, da musste sie blinzeln. Zu hell war ihr der Augenblick, als dass sie stur hinein sehen hätte können. Ihr Bein schmerzte sehr und sie hatte die Vermutung, dass es gebrochen war. Es war eben viel zu dünn für ein gesundes Leben. Sie erinnerte sich wieder an den heutigen Morgen, als sie nichts ahnend ihre Wohnung verließ um im Wald einen Spaziergang zu unternehmen.
Und dann kam das Auto von hinten, fuhr unaufhaltsam auf sie zu, als würde es sie nicht sehen oder sie gar töten wollen. Aber der Fahrer, er muss sie gesehen haben, so klein war sie nun auch wieder nicht. Am Ende sprang sie noch im letzten Moment zur Seite und muss sich beim Aufkommen das Bein verletzt haben. Es war wirklich viel zu dünn und dürr. Sie würde mehr essen müssen.
Sie hievte sich an einen Baumstamm, der am Wegesrand stand und ruhte sich aus. Doch dann sah sie ein Pärchen auf dem Weg in ihre Richtung kommen, sie schmusten ein bisschen und fühlten sich wohl unbeobachtet. Als das Paar an ihr vorbeikam, da achtete es überhaupt nicht auf sie, sondern taten so, als wüssten sie von nichts und gingen an ihr vorbei. Sie schrie und flehte zwar, doch die beiden Menschen achteten nicht darauf. Wie konnten sie nur so kalt und abweisend zu ihr sein? Sie, die Verletzte?
Nach einer Weile erlag sie an ihrem Beinbruch.
Eine Ameise kam vorbei, sah zu ihr und rannte davon. Als sie am Ameisenberg ankam schrie sie Lauthals:“ Wir haben Emily verloren! Sie ist tot! Sie ist verdammt noch mal tot! Und niemand hat ihr geholfen ...“ Er weinte, sie war seine beste Freundin gewesen.
 




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